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Warum kostet Wasser etwas?

24.09.2019
In den letzten Jahren gab es immer wieder GĂ€ste in unserem Hause, die anstatt Mineralwasser in Flaschen lieber Leitungswasser trinken wollten. Wir bieten beides in unserem Restaurant an.
Hin und wieder gibt es GĂ€ste, die erstaunt sind, dass sie dafĂŒr bezahlen sollen. FĂŒr uns stellt sich hier eine grundsĂ€tzliche Frage: „Warum betreiben wir ein Restaurant?“ Sicherlich macht es Spaß, aber hauptsĂ€chlich dient es dem Broterwerb der Inhaber und der Mitarbeiter. Vor einigen Jahrzehnten gab es trotz moderater Verbraucherpreise noch gute Margen bei den Speiserestaurants. Zubereitete Speisen wurden im Restaurant bestellt und nicht im Supermarkt. Das hat sich gewandelt, bei sinkender Nachfrage, sind die Kosten auf allen Bereichen sehr stark gestiegen. So wurde das zweite Restaurantstandbein, der Verkauf alkoholischer GetrĂ€nke immer wichtiger, der Verkauf von Speisen wird in der Regel mit dem GetrĂ€nkeverkauf querfinanziert. Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein und die mehrfach abgesenkte Promillegrenze haben leider auch diesem Bereich die wirtschaftliche Bedeutung genommen. Das einzige sich positiv entwickelnde GeschĂ€ft ist der Verkauf von Wasser. WĂ€hrend frĂŒher mehr Limonade als Wasser verkauft wurde, ist der Wasserabsatz heute ein wichtiges Standbein im Restaurantalltag. Unser Leitungswasser steht dem Wasser aus Flaschen in der QualitĂ€t nicht nach, auch die Serviceleistung ist beim Servieren die gleiche, sodass wir bisher keinen logischen Grund gefunden haben, dass eine zu verkaufen und das andere zu verschenken.
Schon lĂ€ngere Zeit gibt es Bestrebungen der EU dafĂŒr zu sorgen, dass Wasser kostenlos abgegeben werden soll. Meine erste Frage war in dem Zusammenhang: „Wie finanziert sich dann unser kommunales Wasserwerk“. Immerhin haben wir ja bisher jedes Jahr mehrere Tausend Euro dorthin ĂŒberwiesen. Aber so war es nicht gemeint. Wir sollen es kaufen und dann kostenlos wieder abgeben. In BrĂŒssel wird nichts eingenommen, sondern nur etwas ausgegeben, da kann man schon mal auf solche Ideen kommen. Womöglich enden die BrĂŒsseler PlĂ€ne nicht beim Wasser. Man stelle sich mal vor ein FahrradgeschĂ€ft soll zukĂŒnftig seine FahrrĂ€der kostenlos abgeben, MobilitĂ€t ist schließlich ĂŒberlebenswichtig. Oder ein BekleidungsgeschĂ€ft soll seine Jacken und Hosen kostenlos abgeben, ohne Kleidung erfriert man im Winter. In erster Linie sind allerdings LebensmittelgeschĂ€fte gefragt, ohne die Abgabe von Nahrungsmitteln könnte man verhungern. Kann es sein, dass man hier Eingriffe in die unternehmerische Freiheit unternimmt?
Warum kostet Wasser? Bei uns kostet es, weil wir und ca. 170 Mitarbeiter vom Verkauf von Wasser leben. Warum es im Supermarkt, im GetrĂ€nkehandel, beim Wasserwerk und bei den Mineralwasserbrunnen kostet, werden die dortigen Verantwortlichen sicher auch begrĂŒnden können.

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