Die Großen werden immer größer- die Kleinen werden immer weniger

20.02.2016
Wer kennt -mag das nicht- das kleine kuschelige 5 Sterne Hotel mit 10 Zimmern, persönlicher Betreuung, Parkanlage, großzügiger Wellness- und Kosmetikabteilung, feinem a la Carte Restaurant und gemütlicher Hotelbar.
Das gibt es nicht? Doch diese Hotels gibt es, entweder sind sie sündhaft teuer oder sie sind gesponsert, in der Regel trifft beides zu. Leider würde bei uns wohl beides nicht funktionieren, weder können wir uns vorstellen in der norddeutschen Tiefebenen diese Preise zu erzielen, noch haben wir bisher einen Sponsor gefunden.
Um die Wünsche und Bedürfnisse unserer Gäste so weit wie möglich abzudecken, haben wir uns entschieden nicht nur qualitativ zu wachsen, sondern auch größer zu werden. Nur durch die ausreichende Anzahl von Zimmern, kann auch die benötigte Infrastruktur eines Ferienhotels vorgehalten werden. Leider verdient man das Geld in der Hotellerie in der Regel nicht mit Restaurant, Kosmetik, Hotelbar oder Fahrradverleih, sondern mit der Vermietung der Zimmer. Ein befreundeter Hotelier aus dem Sauerland, sagte uns einmal, er verdiene sein Geld "mit allem was die Treppe runterkommt..". Er meinte damit natürlich seine Gäste, die von den Hotelzimmern kommen. Bei uns stimmt das nicht ganz, bekanntermaßen haben wir ja auch eine stattliche Anzahl von Zimmern in der Parterre. Sei es auch wie es ist, der Trend zu größeren Einheiten betrifft ja nicht nur die Hotellerie. Fast alle Branchen gehen diesen Weg- Landwirtschaft, Einzelhandel, Tankstellen, Gastronomie, Behörden, Ämter usw usw. Auch wenn man diese Entwicklung nicht gut heißt, man kann sich ihr nicht entziehen. Die Zwänge der Wirtschaftlichkeit und des Wettbewerbes lassen kaum Spielraum und wenn man den Anschluss einmal verpasst hat, kann es zu spät sein. Nun fragt man sich, wo geht die Entwicklung noch hin. Ich weiß es nicht, und ich mag es mir manchmal auch gar nicht vorstellen. Bei fast allen unserer Hotelerweiterungen, gab es keine Pläne für eine erneute Vergrößerung in der Zukunft. Jedes Mal dachten wir der Endzustand sei erreicht. Und wir waren auch zufrieden mit dem Erreichten. Aber die Zeit bleibt nicht stehen. "Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen". Wer kennt nicht den Spruch? Und so werden wir auch zukünftig genau beobachten, welche Schritte nötig sind, um weiterhin am Markt existieren zu können. Wenn man sich umguckt, gibt es zwar noch viele Kleine. Aber bei ganz vielen Kleinen kann man sich keine positive Zukunft vorstellen. Sicherlich liegt es nicht nur daran, dass man "klein" ist, aber die Betriebsgröße in ein entscheidender Faktor für das wirtschaftliche Überleben, davon bin ich überzeugt. Möge man es gut finden oder nicht. Autor Gerd zur Brügge Februar 2016

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